Im ersten Lockdown stellten Menschen aus der Nachbarschaft ausrangierte Gartenmöbel auf die Grünflächen rund um die Heilig-Kreuz-Kirche in Münster. Dadurch schufen sie eine alternative Verweilmöglichkeit im Kreuzviertel, ohne Konsumzwang, außerhalb der eigenen vier Wände. Fragte man die Nutzerinnen und Nutzer, so ist der Platz durch die ungezwungene Atmosphäre und die Vielfalt der Möbel einzigartig in Münster. Mit der neuen Platznutzung machten sich jedoch auch immer mehr kaputte Möbelstücke sowie eine zunehmende Vermüllung bemerkbar. Es fehlte an entsprechender Infrastruktur. Um gegenzusteuern, entwickelten wir gemeinsam mit Nutzerinnen und Nutzern des Platzes und der Kirchengemeinde Ideen, wie die Aufenthaltsqualität erhalten werden kann, zum Beispiel durch Ergänzung des bestehenden Mobiliars und Werkzeuge zur Reinigung.
In einem Zeitraum von zwei Monaten suchten wir den Platz regelmäßig auf, um Feedback zu Entwürfen und Möbel-Prototypen einzuholen. Dieses haben wir iterativ ausgewertet und eingearbeitet. Wir fokussierten uns dabei auf diverse Sitzergonomien, Verwendungszwecke, optische Erscheinungsbilder und Portabilität. Dabei traten wir weniger als Designer in Aktion, sondern betrachteten uns mehr als Vermittlungswerkzeug zwischen Bedürfnis, Ideen und deren Konkretisierung.
Das Konzept sieht vor, Möbel aus einfach erhältlichen Materialien in einem gemeinsamen Workshop mit Nutzerinnen und Nutzern zu fertigen, finanziert durch die Gemeinde Heilig Kreuz. Einfache Werkzeuge, simple Konstruktionen sowie das Einbinden in den Entwurfs- und Fertigungsprozess stellen sicher, dass die Nutzerinnen und Nutzer auch in der Zukunft für die Möbel sorgen, sie reparieren und instand halten können. Ein mitentwickeltes schwarzes Brett beherbergt eine Pinnwand, eine kleine Tauschbörse sowie frei zugängliches Putzwerkzeug, um es für jeden zu ermöglichen, den Platz sauber zu halten und damit Verantwortung zu übernehmen.