Bauworkshop: Pavillion an der Tafelkirche

Jahr
2026
Ort
Oberhausen
Kooperationspartner

Ein viertägiger Bauworkshop an der Tafelkirche in Oberhausen, entstanden im Kontext des Manifesta 16+ Programm. Gemeinsam mit KITEV und der Architektin Petra Jablonicka hat Pax Grünsch den Workshop konzipiert, den Entwurf entwickelt und die Bauleitung während der vier Tage übernommen. Freiwillige Helfer, engagierte Nachbarinnen und Nachbarn, Jugendliche aus dem Quartier und Studierende kamen zusammen, um einen Pavillon zu bauen, der dem Ort und seiner Gemeinschaft dient. Ein Projekt, das Bauen als soziale Praxis versteht.

Bauworkshop Tafelkirche Bauworkshop Tafelkirche Bauworkshop Tafelkirche Bauworkshop Tafelkirche Bauworkshop Tafelkirche
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Die Kirche Heilige Familie in Oberhausen wurde in den 1950er Jahren von Rudolf Schwarz und Josef Bernard entworfen. Schwarz gilt als einer der bedeutendsten Kirchenbaumeister des 20. Jahrhunderts. Die Heilige Familie ist die einzige erhaltene Zentralraumkirche seines Werks: ein konzentrierter, stiller Raum, der mit dem zentral gestellten Altar eine Versammlungsidee in Stein fasst.

Seit 2008 trägt sie einen zweiten Namen: Tafelkirche. Das Kircheninnere ist heute Sammelstelle, Lager und Abholstation für die Oberhausener Tafel. Mehrmals pro Woche kommen bis zu 150 Menschen, um Lebensmittel abzuholen, rund 4.500 Menschen profitieren von der Arbeit der Tafel insgesamt. Der Ort ist damit nicht nur ein Baudenkmal, sondern ein aktiver Teil des Quartiers.

Bauworkshop Tafelkirche

Im Sommer 2026 fand die Manifesta 16 in der Rhein-Ruhr Region statt. Die europäische Wanderbiennale hat keinen festen Sitz: Sie zieht von Stadt zu Stadt, sucht Orte, die einen Gegenwartsbezug haben, die etwas erzählen über Wandel, Verlust, Möglichkeit. In der Ruhr beschäftigte sie sich mit zwölf Nachkriegskirchen der Region. Wie können diese Orte heute als Räume für Begegnung, Austausch und zivilgesellschaftliches Leben weitergedacht werden? Kirchen, die an Gemeindegröße verloren haben, aber nicht an Bedeutung für das Quartier.

Im Rahmen des Manifesta+ Programms organisierte KITEV eine Reihe von Veranstaltungen an der Tafelkirche. Diese brauchten einen äußeren Rahmen: einen Ort im Außenraum, der einlädt, der schützt, der markiert. Ein Pavillon sollte entstehen, selbst gebaut, mit dem Quartier.

Bauworkshop Tafelkirche

Den Entwurf entwickelten Pax Grünsch und Petra Jablonicka gemeinsam. Die Anforderungen waren klar: einfache Konstruktion, wenige Werkzeuge, Materialien, die vor Ort zu beschaffen sind. Der Pavillon musste von Menschen gebaut werden können, die nicht täglich auf dem Bau stehen. Während der vier Workshoptage übernahm Pax Grünsch die Bauleitung und leitete die Teilnehmenden handwerklich an.

Freiwillige Helfer, engagierte Menschen aus der Nachbarschaft, Jugendliche aus dem Quartier, Studierende kamen zusammen. Das Machen selbst war Thema: nicht nur einen Pavillon zu bauen, sondern einen Ort erschaffen, der der Tafel dient und dabei handwerkliches Wissen weiterzugeben.

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