Communitymöbel für die Heilig-Kreuz-Kirche in Münster
2021
Im ersten Lockdown stellten Menschen aus der Nachbarschaft ausrangierte Gartenmöbel auf die Grünflächen rund um die Heilig-Kreuz-Kirche in Münster. Dadurch schafften sie eine alternative Verweilmöglichkeit im Kreuzviertel, ohne Konsumzwang, außerhalb der eigenen vier Wände. Fragte man die Nutzer:innen, so ist der Platz durch die ungezwungene Atmosphäre und die Vielfalt der Möbel einzigartig in Münster. Mit der neuen Platznutzung machten sich jedoch auch immer mehr kaputte Möbelstücke, sowie eine zunehmende Vermüllung des Ortes, bemerkbar. Es fehlte an entsprechender Infrastruktur. Um hier gegenzusteuern, entwickelten wir, mit den Techniken des Social Designs, gemeinsam mit Nutzer:innen des Platzes und der Kirchengemeinde Ideen, wie die Aufenthaltsqualität bestehen bleiben kann, zum Beispiel durch Ergänzung des bestehenden Mobiliars und Werkzeugen zur Reinigung.
In einem Zeitraum von zwei Monaten suchten wir den Platz regelmäßig auf, um uns Feedback für Entwürfe und Möbel-Prototypen einzuholen. Dieses haben wir iterativ ausgewertet und eingearbeitet. Wir fokussierten uns dabei auf diverse Sitzergonomien, Verwendungszwecke, optische Erscheinungsbilder und Portabilität, dabei traten wir weniger als Designer in Aktion sondern betrachteten uns mehr als Vermittlungswerkzeug zwischen Bedürfnis, den Ideen und der Konkretisierung in Form von Expertise.
Das Konzept sieht vor, Möbel aus einfach erhältlichen Materialien in einem gemeinsamen Workshop mit Nutzer:innen, finanziert durch die Gemeinde Heilig Kreuz, zu fertigen. Einfache Werkzeuge, simple Konstruktionen, sowie das Einbinden in den Entwurfs- und Fertigungsprozess stellen sicher, dass die Nutzer:innen auch in der Zukunft für die Möbel sorgen, sie also reparieren und instand halten können. Ein mitentwickeltes schwarzes Brett beherbergt eine Pinnwand, eine kleine Tauschbörse sowie frei zugängliches Putzwerkzeug, um es für jeden zu ermöglichen, den Platz sauber zu halten und damit weiter Verantwortung zu übernehmen.
Zusammen mit Finn Blankenberg, Esra Heuermann und Nick Potter vom Designstudio Formagora.

